Klar, es ist ein gutes Gefühl, wenn man von einem langen Einkaufsbummel mit vollen Tüten zurückkehrt und den Kleiderschrank wieder mit neuen Stücken füllen kann. Noch besser ist es, wenn man das ein oder andere richtige Schnäppchen machen und sich so gleich ein bisschen mehr leisten konnte und wahre Trendstücke nun sein Eigen nennen darf. Doch lohnt es sich auch einmal den ein oder anderen Gedanken daran zu geben, warum dieser Stapel Klamotten eigentlich so günstig war.
Das Wissen über die Produktionsstandards vieler Modemarken ist weit verbreitet und auch wenn man sicher nicht über jede Marke im Detail Bescheid weiß, kann doch jeder ahnen, dass irgendwo in der Produktionskette stark gespart werden muss, wenn eine Hose am Ende bloß 20 Euro kostet. Wo diese Einsparungen erfolgen, kann man als Endkonsument alleine schlecht feststellen, doch gibt es verschiedene Initiativen, die das für einen übernehmen und Produkte aller Art, so auch Klamotten, überprüfen und mit Siegeln kennzeichnen, wenn bestimmte Standards erfüllt werden.
Der Weg, den beispielsweise ein Wollpulli hinter sich hat, bevor er im eigenen Kleiderschrank einsortiert wird, ist lang. Die Baumwolle muss geerntet, zu Wollfäden verarbeitet, weiter geliefert, gefärbt und schließlich zum Pullover geformt werden. Dann nimmt der Pullover seinen Weg bis in die Läden und schließlich nach Hause in den eigenen Schrank. Nur in seltenen Fällen werden die Arbeiter in den einzelnen Produktionsstufen fair bezahlt und behandelt. Jeder kennt die Berichte um Kinderarbeit, Umweltzerstörungen und ausbeutende Arbeitsbedingungen. Auch wenn man selber nicht in einer Organisation aktiv werden möchte, kann man alleine schon durch den bewussten Konsum vieles erreichen, auch bei Klamotten. Und dass der faire Konsum, der Menschen und Umwelt schützt, deutlich mehr im Trend liegt als ein weiterer Pulli in der aktuellen Saisonfarbe, sollte ja auf der Hand liegen.
Verschiedene Siegel signalisieren dem Kunden, dass bei der Produktion des jeweiligen Produktes bestimmte Standards eingehalten wurden, denen Beachtung geschenkt werden sollte. So zeigt zum Beispiel das ECO-Bio Siegel, das zum Beispiel auch Jeans von Nudie tragen, dass die verarbeitete Wolle ausschließlich aus streng biologischen Anbau stammt und in jährlich wechselnden Kulturen in Rücksicht auf die Natur angebaut wird. Konkret bedeutet das den Verzicht auf Monokulturen und den Einsatz von organischen Düngungsmitteln. Letzteres ist auch besonders wichtig, da auf vielen Farmen immer wieder für Arbeiter und Umwelt giftige Stoffe zur Düngung zum Einsatz kommen.
Ein weiteres wichtiges Siegel ist das Fair-Trade Logo. Wenn ein Produkt damit gekennzeichnet ist, heißt das, dass sowohl in ökonomischer, wie auch in ökologischer und sozialer Weise viele Bedingungen bei der Produktion des Produktes erfüllt wurden. Teil dieser Standards sind festgelegte Mindestlöhne auf jeder Stufe sowie faire Arbeitsbedingungen.
Und wer sich ein bisschen umschaut, wird auf jeden Fall entdecken, dass eine faire und ökologische Produktion dem Endergebnis auch unter modischen Aspekten keineswegs einen Abbruch tut.